
Baumpflege ist kein Lückenfüller
Baumpflege ist für Sönke Petersen keine Arbeit für die Wintermonate, sondern eine ganzjährige Aufgabe. Mit einem jungen, engagierten Team und einem modernen Fuhrpark sorgt SP-Baumpflege in Duvensee für vitale Bäume in Schleswig-Holstein und Hamburg.
von Susanne Wannags erschienen am 28.10.2025Für Sönke Petersen sind Bäume lebendige Wesen, die Respekt verdienen – und Fachleute, die sie verstehen. Während seiner Ausbildung zum Landschaftsgärtner stellte er fest: Baumpflege ist zu wichtig und zu komplex, um sie als „Winterarbeit“ nebenbei im GaLaBau abzuhaken. Schon damals entdeckte Petersen seine besondere Nähe zu den Bäumen. „Wir hatten für Baumpflegearbeiten eine Arbeitsbühne im Betrieb, aber für Seilkletterarbeiten wurde ein externes Team geholt. Ich fand die SKT (Seilklettertechnik) spannend, weil man viel dichter am Baum dran ist und ihn anders erlebt. Sobald man den Boden verlässt, ist man ein Teil des Baumes und bewegt sich mit ihm.“
Aus Neugier wurde Leidenschaft. Petersen bildete sich innerbetrieblich zum European Treeworker weiter, absolvierte den SKT-A-Kurs und übernahm bald die gesamte Baumpflege in der Firma. Doch Baumpflege als Teilbereich zwischen Gartengestaltung, Pflasterarbeiten, Dachbegrünung und Teichbau war ihm zu wenig. Es folgte die Weiterbildung zum Fachagrarwirt Baumpflege, dann der SKT-B-Kurs – und schließlich im September 2012 der Schritt in die Selbstständigkeit.
Vom Ein-Mann-Betrieb zum Team
„Wir lieben Bäume!“ – dieser Satz prangt ganz oben auf der Website von SP-Baumpflege in Duvensee (Schleswig-Holstein). Und er ist keine Floskel, sondern Ausdruck einer Lebenshaltung. Die Überzeugung und Mission des Unternehmers: Bäume das ganze Jahr über kompetent und mit Hingabe zu pflegen.
Anfangs war Petersen noch als Subunternehmer für andere Firmen tätig. Doch schon bald kam der erste Mitarbeiter dazu, dann ein zweiter. Heute besteht das Team aus neun Personen – überwiegend gelernte Landschaftsgärtner oder Forstwirte, ergänzt durch zwei Quereinsteiger, die im Betrieb komplett ausgebildet wurden.
Baumpflege verdient einen eigenen Beruf
Dass die Baumpflege im GaLaBau noch immer eher ein Randthema ist, hält Petersen für ein großes Defizit. „Es ist ein umfangreicher, anspruchsvoller Bereich, der im Garten- und Landschaftsbau zwischen Pflastern und Pflanzen oft zu kurz kommt. Eigentlich hätte die Baumpflege einen eigenen Ausbildungsberuf verdient“, sagt er.
Außerdem sei die Arbeit zu wichtig, um sie als Lückenfüller in die Wintermonate zu verschieben. „Der Winter ist im Grunde die falsche Zeit für Schnittmaßnahmen. In der Vegetationsperiode verschließt der Baum seine Wunden schneller und erholt sich besser.“ Auch für die Mitarbeiter ist eine ganzjährige Tätigkeit sinnvoll. Wer im Sommer nur pflastert und im Winter plötzlich wieder ins Seil steigen soll, müsse erst Muskeln und Technik reaktivieren. „Das kostet Kraft – und man vergisst zwischendurch auch das Wissen, das man sich beim letzten Mal erarbeitet hat.“
Unterschied zwischen „sichtbarer“ und „guter“ Arbeit
Dass Baumpflege ein Ganzjahresthema ist, spürt man bei SP-Baumpflege an der konstant hohen Auslastung. Auftraggeber sind Kommunen wie Lübeck oder Hamburg, Straßenmeistereien, aber auch viele Privatkunden.
Jeder Auftrag beginnt mit einer persönlichen Begutachtung vor Ort. „Wir schauen uns die Bäume an und machen Vorschläge, was sinnvoll und notwendig ist“, erklärt Petersen. Immer wieder wird der Unternehmer gefragt, wie teuer es sei, einen Baum zu schneiden oder zu fällen. Seine Antwort darauf ist jedes Mal dieselbe: „Es kommt auf den Baum an. Während ein Quadratmeter immer ein Quadratmeter ist, ist jeder Baum anders.“ Das macht die Vor-Ort-Termine unverzichtbar.
Dabei muss er oft erklären, warum gute Baumpflege manchmal unsichtbar bleibt. „Eine fachgerechte Kroneneinkürzung sollte man im Idealfall kaum sehen. Für Laien wirkt das so, als sei kaum etwas gemacht worden.“ Ganz anders bei unprofessioneller Arbeit: „Wenn der Lohnunternehmer mit dem Bagger kommt und vier dicke Äste abkneift, wirkt das für Kunden spektakulär. Die Schäden zeigen sich allerdings oft erst Jahre später.“
Technik, die Sicherheit bringt und Kraft spart
Mit dem Team ist auch der Fuhrpark von SP-Baumpflege gewachsen. Besonders prägend war die Anschaffung einer Palfinger-Hubarbeitsbühne mit 37 m Arbeitshöhe und 31,5 m Reichweite. „Damit können wir von der Straße aus über ganze Gärten hinweg auf Nachbargrundstücken arbeiten“, verdeutlicht Petersen. Für schmale Höfe und Fußwege steht ein kleinerer Hubsteiger mit 25 m Höhe und 12 m Reichweite bereit. Ein weiteres Highlight ist der Fällkran mit Multifunktionsgreifer. Er packt, sägt und hebt Äste und Stammstücke in einem Arbeitsgang – sicher und ohne, dass jemand im Gefahrenbereich stehen muss. „Das schont Mensch und Baumumfeld gleichermaßen.“
Auch beim Aufräumen setzt SP-Baumpflege auf Technik. Ein Unimog mit Ladekran und Häcksler beschleunigt die Arbeit enorm. „Gerade in der Fällzeit ist Holz oft nass, glitschig und schwer. Was der Kran in den Häcksler schiebt, würden sonst mindestens vier Leute tragen müssen.“ Für Petersen ist klar: Baumpflege ist körperlich fordernd – da ist jede Entlastung willkommen.
Bei den Motorsägen setzt das Team inzwischen stark auf Akku-Geräte, zumindest bei kleineren Sägen. „Die Leistung bei den großen Sägen passt mittlerweile, aber die Laufzeiten sind noch begrenzt. Daher haben wir dort weiterhin Benziner im Einsatz.“
Ein Team ohne starre Kolonnen
Jeden Morgen trifft sich die Mannschaft von SP-Baumpflege auf dem Betriebshof. Zuerst werden die Aufträge des Tages durchgesprochen, montags wird die gesamte Woche geplant. Feste Kolonnen gibt es nicht – jeder arbeitet mit jedem. „So kennen alle die Stärken der anderen, und wir bleiben flexibel“, erklärt Petersen. Das Team ist jung, das Durchschnittsalter liegt deutlich unter dem Branchenschnitt. „Aber entscheidend ist das nicht – wichtiger ist, dass die Chemie stimmt.“
Probleme, Mitarbeiter zu finden, hatte Petersen bisher nicht. Duvensee hat rund 560 Einwohner – man kennt die Firma, sowohl als Auftragnehmer als auch als Arbeitgeber. Dass das Unternehmen auch in der Region wahrgenommen wird, liegt nicht zuletzt an den einheitlich beschrifteten Maschinen und Fahrzeugen, auf denen das hellgrüne SP-Baumpflege unterwegs sofort ins Auge fällt.
Zwischen Baum, Mensch und Auftrag
Seine Leidenschaft für Bäume hat sich Petersen bis heute bewahrt. Auch wenn er oft zwischen unterschiedlichen Interessen vermitteln muss: den Erwartungen von Auftraggebern, den Vorgaben des Naturschutzes und dem, was für den Baum am besten ist. „Wir müssen immer das Beste aus den verschiedenen Ansprüchen machen. Für mich ist wichtig: Wir arbeiten in erster Linie für die Bäume – und gleichzeitig für die Menschen, die mit ihnen leben.“
Ein Beispiel ist ihm besonders im Gedächtnis geblieben: eine alte Esskastanie, die zugunsten eines Hotelneubaus nicht gefällt, sondern nur eingekürzt werden durfte. „Das ist ein Kompromiss, der langfristig nicht funktioniert. Einen Großbaum kann man nicht dauerhaft klein halten. Konsequenter wäre gewesen, entweder den Baum zu fällen oder auf den Bau zu verzichten.“ Für Petersen steht fest: Bäume verdienen klare Entscheidungen und fachgerechte Pflege. Genau dafür steht SP-Baumpflege – Tag für Tag, das ganze Jahr über.
1- SP-Baumpflege
- Gründung: 2012
- Gesellschaftsform: Einzelunternehmen
- Geschäftsführer: Sönke Petersen
- Tätigkeitsfelder: Baumpflege, Fällungen, Stubben fräsen, Gutachten, SKT
- Mitarbeiter: 13
- Maschinen: Fällkran, Fäll-Lkw, div. Hacker, Hubarbeitsbühnen
- Auftraggeber: 30 % privat und gewerblich, 70 % öffentlich
- Mitgliedschaften: RAL, PQ
SP-Baumpflege Sönke Petersen Bergrade 1 23898 Duvensee Telefon: 0175-8830928 info@sp-baumpflege.dewww.sp-baumpflege.de










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