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FM STANDPUNKT

Da draußen und wir

Bei all dem Irrsinn da draußen dürfen wir die Fragen nicht aus dem Auge verlieren, die wirklich unsere Zukunft vor Ort berühren, meint Tjards Wendebourg im aktuellen FM-Standpunkt.

von Tjards Wendebourg erschienen am 16.03.2026
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Tjards Wendebourg
Tjards Wendebourg © Barbara Sommer

Selbst für die Älteren unter uns, die schon manche Wirrungen und Irrungen erlebt haben, erscheint die Welt bekloppt geworden zu sein. Jeden Tag fasst man sich an den Kopf und fragt sich, ob das alles noch wahr sein kann. Kein Wunder, dass allerorts Verschwörungstheorien gedeihen, wenn die Wirklichkeit diese Theorien noch ständig zu überholen scheint.

Gleichzeitig geht das Leben weiter, und oft müssen wir feststellen, dass wir den Wahnsinn da draußen nicht ausblenden können, weil er natürlich unser Leben beeinflusst (der Spritpreis lässt grüßen). In Wirklichkeit – und das sollte man nie vergessen – zählen aber die alten Werte, Gesetze und Wahrscheinlichkeiten. In Bayern war gerade Kommunalwahl, und am Ende ging es um Menschen, um Kommunikation, um das Zusammenleben und um unsere Zukunft vor Ort. Das war eine interessante Erfahrung, weil es viel, viel bodenständiger zuging, als es die Nachrichtenlage erahnen lässt. Selbst die drei Kandidaten von Rechtsaußen in unserer Gemeinde waren nur desorientierte, ein bisschen miesepetrige, aber keineswegs furchteinflößende Bürger, die die gesellschaftliche Verunsicherung in den Gemeinderat gespült hat. Auch sie werden das Rad der Geschichte nicht aufhalten, wahrscheinlich nicht mal Sand ins Getriebe schütten können. Dazu fehlt der Plan.

Am Ende ist das ja in unserem Job auch nicht viel anders. Es geht um ganz bodenständige Fragen, etwa, wie wir mit neuen technischen Möglichkeiten den Verlust an Kompetenz kompensieren können, ohne uns dabei die Zukunft zu verbauen. Was das in die Praxis übersetzt heißt, kann man an der Mähtechnik ablesen. Mulchen hat das Mähen ebenso vereinfacht wie die Robotik und die Steigfähigkeit selbstfahrender Mäher. Die Fragen, ob es ökologisch sinnvoll ist, so zu mähen, und ob es wünschenswert ist, Flächen mähen zu können, die man vorher nicht oder nur schlecht bearbeiten konnte, bleibt dabei oft unbeantwortet. Dabei müssen wir uns doch immer wieder der Frage stellen, welche Ziele in welcher Priorität wir eigentlich verfolgen. Unser Job ist ja weder Selbstzweck noch Arbeitsbeschaffungsprogramm.

Was uns der Wahnsinn da draußen lehrt: Je irrer die Außenwelt wird, desto mehr lohnt es sich, sich auf das Stückchen Erde vor der eigenen Haustür zu konzentrieren und dieses Stückchen lebenswert zu erhalten. Und lebenswert heißt, nicht nur sicher und sauber, sondern auch artenreich und schön. In diesem Rahmen lässt sich über Ziele diskutieren.

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