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Erfahrungsaustausch Winterdienst in Tännesberg

Vorausschauendes Management schont Umwelt und Ressourcen

Am 24. und 25. März veranstalteten die Obladen Akademien im oberpfälzischen Tännesberg eine ergiebige Tagung zum Winterdienst. Highlight war der Besuch bei einem führenden Hersteller von Räum- und Streutechnik.

von Claudia von Freyberg erschienen am 27.03.2026
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Anschaulicher geht’s nicht – Maschinenbesichtigung bei Bucher Municipal
Anschaulicher geht’s nicht – Maschinenbesichtigung bei Bucher Municipal © Claudia von Freyberg

Die Tagung wurde von den knapp 30 Teilnehmern, alles Verantwortliche und Praktiker aus Kommunen bundesweit, am Schluss als sehr nützlich und lohnend beurteilt. Dr. Hans-Peter Obladen hatte wieder ein sehr praxisnahes Programm zusammengestellt. Die Themen reichten vom Winterdienst auf Radwegen – inklusive baulicher Voraussetzungen – über Solebeschaffung, -erzeugung und -lagerung, innovative Technologien, rechtssichere Dokumentation und aktuelle Rechtsprechung bis hin zu Einblicken in die Meteorologie und Wetterdienste.

Zentrale Aussagen aus der Tagung:

  • Der verstärkte Bau von Radwegen muss mit deren maschineller Pfleg- und Räumbarkeit einhergehen. Begrenzungspoller, Verengungen durch Masten oder Ampeln behindern den Winterdienst und zwingen dann Radfahrer zum Ausweichen auf die Straße. Zudem müssen Planer auf geeignete Beläge achten: Farbliche Beschichtungen werden besonders glatt, nicht grau/schwarze Betonsteine speichern weniger Wärme und lassen Schnee langsamer tauen.
  • Vorbeugendes Streuen mit Sole ist aus Umweltsicht die sparsamste und wirksamste Glättebekämpfung. Kuratives Streuen bei vorhandener Glätte braucht mehr Salz und kann zu spät kommen.
  • Glättemeldeanlagen sind eine effektive Entscheidungshilfe, ob Einsätze nötig sind oder nicht. Denn relevant ist die Straßenoberflächentemperatur, weniger die Lufttemperatur.
  • Das Nutzen professioneller Wetterdienste, eine vorausschauende Einsatzplanung, ein durchdachtes Flottenmanagement sowie eine rechtzeitige und ausreichende Bevorratung von Streustoffen sparen Stress, Arbeitsstunden, Kraftstoff- und Streustoffverbrauch.
  • Eine rechtssichere Dokumentation des Winterdienstes inklusive der Abweichungen und Besonderheiten ist absolut notwendig, um bei eventuellen Haftungsprozessen noch Jahre später alles nachvollziehen zu können. „Sie können den besten Winterdienst machen – wenn Sie das nicht dokumentieren können, werden Sie bei Schäden verurteilt“, so Dr. Horst Hanke, Vorsitzender des VKU-FGSV-Fachausschusses Winterdienst und Sachverständiger. „Es spielt keine Rolle, ob Sie digital oder handschriftlich aufzeichnen. Entscheidend sind Vollständigkeit und Nachvollziehbarkeit.“ Digital ist es weniger mühsam und fehleranfällig.

Eine Exkursion ins nahegelegene Wernberg-Köblitz führte zum Hersteller Bucher Municipal (ehemals Gmeiner), einem führenden Hersteller von Winterdiensttechnik.

Neben einer Führung durch die manufakturähnliche Fertigung wurden mehrere Solestreuer an unterschiedlichen Fahrzeugen vorgeführt (statt Sole mit Wasser). Hier konnten die Teilnehmer viel mitnehmen – auch, was Aufbauten, Antriebe, Konstruktionsdetails und alternative Nutzungen (Gießen) betrifft. Ein ausführlicher Bericht folgt in der Schwerpunktausgabe Winterdienst des Magazins FLÄCHENMANAGER.

Die nächste Veranstaltung dieser Art gibt’s im kommenden Jahr und wird rechtzeitig bekanntgegeben. Es lohnt sich! Die Obladen Akademien bieten weitere Veranstaltungen zum Winterdienst an.

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