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Deutsches Institut für Urbanistik (Difu)

Kommunen investieren mehr in Biodiversität

Eine Sonderbefragung des Difu im Rahmen des KfW-Kommunalpanels zeigt: Über die Hälfte der Kommunen gibt mehr für den Erhalt der biologischen Vielfalt aus als noch vor fünf Jahren.

von Difu/Redaktion Quelle DifU erschienen am 15.01.2026
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© Claudia von Freyberg

Die Wichtigkeit des Erhalts der Biodiversität rückt verstärkt in den Fokus der deutschen Kommunen. In einer Befragung des Deutschen Instituts für Urbanistik (Difu) im Auftrag von KfW Research gaben 15 % der Kommunen an, dass sie bereits eine Biodiversitätsstrategie verfolgen. Weitere 18 % erklärten, die Einführung einer solchen Strategie zu planen. Für die Befragung wurden im September und Oktober 2025 mehr als 1.000 Kommunen mit mehr als 2.000 Einwohnern befragt, wovon sich 289 Städte, Gemeinden und Kreise beteiligt haben. Die Ergebnisse sind nicht repräsentativ, vermitteln jedoch einen belastbaren Eindruck.

85 % der teilnehmenden Kommunen gaben an, dass sie bei der Baumpflanzung oder Baumpflege im Straßenraum aktiv sind, 81 % im biodiversitätsfördernden Grünflächenmanagement. Das heißt, dass sie beispielsweise Wiesen mit heimischen Blühpflanzen anstatt mit Rasen bepflanzen, nur schonend mähen oder auf Herbizide verzichten. 58 % haben in den vergangenen fünf Jahren in die Renaturierung oder die Neuanlage von Gewässern investiert und jeweils 56 % in Sickerflächen in bebauten Gebieten oder in den natürlichen Hochwasserschutz.

Insgesamt 57 % der Kommunen gaben an, dass ihre Ausgaben in dem Bereich in den vergangenen Jahren gestiegen sind. Zudem rechnet mehr als die Hälfte damit, dass sie in den kommenden Jahren mehr für Biodiversitätsmaßnahmen ausgeben werden. „Angesichts der vielerorts klammen Haushaltslage ist dies eine anspruchsvolle Aufgabe: In der Befragung nannten 86 % der Kommunen „unzureichende Haushaltsmittel“ als große Herausforderung bei der Umsetzung von Biodiversitätsmaßnahmen“, so Studien-Autor Dr. Christian Raffer.

„Die vom Difu im Auftrag der KfW durchgeführte Sonderauswertung verdeutlicht, dass Kommunen naturnahe Infrastruktur und Grünflächen nicht als Luxus ansehen, sondern als Investitionen in Klimaresilienz und Gesundheit der Bevölkerung", betont Prof. Dr. Jochen Monstadt, wissenschaftlicher Leiter des Deutschen Instituts für Urbanistik (Difu). „Dauerhaft können uns nur intakte und vielfältige Ökosysteme mit Rohstoffen, Trinkwasser und Nahrung versorgen und zugleich natürlicher Schutzschild gegen Extremwetter sein. Schon viele kleine, vernetzte Maßnahmen können eine große Wirkung für das Leben vor Ort entfalten. Gute Konzepte allein reichen dafür jedoch nicht aus – eine verlässliche Finanzierung und personelle Kapazitäten sind für den Erfolg unabdingbar.“

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