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Stadt Augsburg

Stadtbaumstrategie zeigt Erfolge

Ein systematisch-digitales Gießmanagement, der Ausbau des Teams Baumpflege und ein größeres Budget, die Naturverjüngung durch Samenanflug und die öffentliche Beteiligung am Baumschutz haben zu einer positiven Bilanz beim städtischen Baumbericht in Augsburg geführt. Das sind überzeugende Argumente für andere Kommunen.

von Stadt Augsburg/Redaktion Quelle Stadt Augsburg erschienen am 04.02.2026
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Kastanienallee in Augsburg
Kastanienallee in Augsburg © Claudia von Freyberg

Die Zahl der Bäume im Stadtgebiet Augsburg ist gestiegen. Diese Entwicklung weist die Bilanz des aktuellen Baumberichts aus, den das Amt für Grünordnung, Naturschutz und Friedhofswesen (AGNF) Anfang des Jahres 2026 vorgestellt hat. Demnach mussten von November 2021 bis Anfang 2026 aus Gründen der Verkehrssicherungspflicht 2.858 Bäume gefällt werden. Im gleichen Zeitraum wurden 1.698 Bäume ersetzt und 1.610 Bäume an neuen Standorten gepflanzt. Noch einmal 538 Obstbäume kamen durch den Landschaftspflegeverband hinzu. Damit sind im Berichtszeitraum 988 Bäume zusätzlich im Stadtgebiet gepflanzt worden. Im Rahmen der Naturverjüngung wurden außerdem 2.000 sogenannte Zukunftsbäume in den städtischen Grünanlagen in das Baumkataster aufgenommen.

Smartes Stadtgrün für ein Klimaresilientes Augsburg (SMSA)

Mit der Implementierung einer Gießsoftware (Video), der Umrüstung von städtischen Gießfahrzeugen und der Schulung von Mitarbeitenden ging auch das Pilotprojet „Smartes Stadtgrün für ein Klimaresilientes Augsburg (SMSA)“ 2024 in die entscheidende Phase. Durch den steten Austausch zwischen städtischen Mitarbeitenden und der Softwarefirma konnten Schwachstellen behoben werden. So wurde unter anderem das Geh- und Radwegenetz in die Navigation integriert, das von Pflegefahrzeugen befahren werden darf, um möglichst kurze Verbindungswege und somit eine effizientere Routenführung zu ermöglichen.

Baumpflanzungen in der Grünanlage „Zentrale Mitte“ starten

Am 27. Februar startet das Projekt „Zentrale Mitte“ im Innovationspark, wo 600 neue Bäume gepflanzt werden, die zum Teil mit innovativer Sensorik ausgestattet werden. Damit kann in der kommenden Gießsaison begonnen werden, die Auswirkung der neuen Sensorik auf das Gießverhalten zu beobachten.

Die Grünanlage „Zentrale Mitte“ entsteht nach dem „Schwammstadt-Prinzip. Das bedeutet: Regenwasser wird vom Boden aufgenommen und gespeichert, anstatt über die Kanalisation abzufließen. Dafür werden die Bäume gepflanzt.

Mehr Personal und mehr Finanzmittel für intensivere Baumpflege

Der Personalbestand im Bereich Grün- und Baumpflege im AGNF wurde in den vergangenen Jahren aufgestockt. So konnten Pflegemaßnahmen abgearbeitet und zusätzliche Baumpflanzungen umgesetzt werden. Während im Juni 2020 noch 21 Planstellen besetzt waren, sind seit Januar 2026 insgesamt 37 Baumpflegerinnen und Baumpfleger beim AGNF tätig. Die verbesserte Eigenleistung durch zusätzliche Arbeitskräfte ist spürbar. Nachdem Ende des Jahres 2023 infolge mehrerer Extremwetterereignisse rund 19.000 Baumpflegemaßnahmen unerledigt blieben, konnte der Rückstand bis heute auf 12.319 Maßnahmen in Grünanlagen und im Straßenbegleitgrün reduziert werden.

Neben dem Personalbestand wurden die Finanzmittel für die Baumpflege aufgestockt. Standen 2020 noch circa 1,2 Mio. € für diese Aufgabe zur Verfügung, wurden im Jahr 2025 für Baumpflege und Baumpflanzungen 2,3 Mio. € aus dem städtischen Haushalt zur Verfügung gestellt. „Ich möchte mich hier bei der Oberbürgermeisterin, dem Finanzreferenten und dem Stadtrat dafür bedanken, dass sie mich in den letzten Jahren dabei unterstützt haben, in verschiedenen Bereichen der Baumpflege bedarfsorientiert gegenzusteuern. Dies wäre ohne die nötigen Haushaltsmittel nicht möglich gewesen“, betont Reiner Erben, Referent für Nachhaltigkeit, Umwelt, Klima und Gesundheit.

Auswahl natürlich gekeimter Jungbäume für das Baumkataster

In extensiv gepflegten Grünanlagen, beispielsweise entlang des Lechs oder der Wertach, wachsen etwa durch Samenanflug eine Vielzahl von Gehölzen, Sträucher und Bäume ohne intensive Pflege. Bei wiederkehrenden Pflegearbeiten etwa alle fünf bis acht Jahre werden vor allem aus der Vielzahl natürlich gekeimter Jungbäume jene ausgewählt, die langfristig zur Entwicklung der Grünanlage passen. Diese Bäume bleiben stehen und werden offiziell in das Baumkataster aufgenommen. Diese aus der Naturverjüngung ausgewählten Bäume sind meist optimal an den Standort und die kleinklimatischen Bedingungen angepasst. Eine Auswertung des Baumkatasters zeigt, dass seit 2021 insgesamt 2.643 Bäume nach der beschriebenen Pflegemethode ausgewählt und nicht zugekauft wurden.

„Diese Bestandsentwicklung von jährlich über 400 Bäumen ist ausschließlich in Grünanlagen möglich. Eine pauschale Anwendung auf alle Anlagenarten, wie zum Beispiel im Straßenbegleitgrün, ist nicht möglich“, so Umweltreferent Reiner Erben.

Öffentliche Beteiligung am Baumschutz

Die Beteiligungsformate zum Thema Baumschutz wurden in den vergangenen Jahren deutlich ausgebaut. Seit 2023 bietet das Symposium „Stadtnatur“, das vom Bund Naturschutz und dem städtischen Umweltreferat gemeinsam ausgerichtet wird, eine öffentliche Plattform für den fachlichen Austausch unter anderem zum Thema Baumschutz. 2024 kam der „Runde Tisch Stadtbäume“ hinzu, der interessierten Akteurinnen und Akteuren, wie etwa Ratsmitgliedern, Naturschutzverbänden und anderen Organisationen, einen regelmäßigen Austausch über aktuelle Entwicklungen im Baumschutz sowie in der Stadtbaumpflege und -planung ermöglicht.

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